Allgäuer Junggärtner auf Gartenbaufachmesse in Essen

Eine stattliche Zahl von über 50 Junggärtnern aus dem Raum Lindau, Kempten, Füssen, Buchloe und Neu-Ulm folgten der Einladung des Vorsitzenden der Junggärtner Ortsgruppe Allgäu, Christoph Hänsch und Studiendirektor Josef Kraft von den Beruflichen Schulen Kempten III zur zweitägigen Exkursion in die Messestadt Essen. Hier findet jedes Jahr Ende Januar die Internationale Pflanzenmesse (IPM) statt. Die IPM ist die weltweit bedeutendste Messe für die grüne Branche. Die lange Fahrt mit dem Reisebus (9 Stunden) und das frühe Aufstehen am Morgen (4 Uhr) schreckten die wissensdurstigen Junggärtner nicht ab und die Teilnehmerliste musste schon frühzeitig wegen Überfüllung geschlossen werden. Durch das Splitten des Messebesuches auf zwei Tage konnten die angehenden Gärtner und Floristen in Ruhe sämtliche Neuheiten auf der Fachmesse begutachten und den Messebesuch für sich als großen Erfolg verbuchen. Ein netter, aber auch gewollter Nebeneffekt dieser Planung war der Übernachtungsaufenthalt in Bochum. Die Berufsschüler konnten sich so über Alters- und Ortsgrenzen hinweg durch den Besuch des legendären Bermudadreiecks mit seiner Kneipenszene besser kennen lernen und neue Kontakte mit jungen Berufskollegen aus ganz Schwaben schließen. Ein besonderer Dank gilt hierbei der Berufsschulen Kempten/Allgäu mit ihrem Gartenbaulehrern Josef Kraft, der bei der Planung der Berufsschultage auf diese Fahrt Rücksicht genommen hatte und bei der Organisation und Durchführung der Fahrt maßgeblich mit beteiligt war.
Die Fahrt zur IPM war ein hoffnungsvoller Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen, die die Junggärtnergruppe Allgäu in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Kempten III im Jahr 2012 geplant hat. Die beachtliche Zahl an Neueintritten aus der Region zeigt, dass die im letzten Jahr erfolgte Gründung einer aktiven Junggärtnergruppe in Kempten und Umgebung schon längst überfällig war.
März 2012, Josef Kraft
Allgäuer Gärtner und Floristen bilden sich weiter

- Christian Herb links, Vorsitzender der Gartenbaugruppe Kempten/Oberallgäu und Josef Kraft rechts, von den Beruflichen Schulen Kempten III bedanken sich bei den beiden Referenten der Fortbildungsveranstaltung Thomas Jaksch und Alexandra Frotscher
Über sechzig Gartenbauunternehmer und Floristen mit deren Mitarbeiter trafen sich an den Beruflichen Schulen Kempten III zur gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung mit der Gartenbaugruppe Kempten/Oberallgäu. Die neue Lust am NutzGarten und Grün in Bewegung lauteten die von anerkannten Fachreferenten angebotenen Themengebiete.
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Jaksch von der Fakultät für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan ging in seinem Vortrag auf Möglichkeiten ein, wie die immer größer werdende Zielgruppe von Terrassen- und Balkongärtner ihre Flächen als idyllische Nutzgärten einsetzen können. Ein Schwerpunkt der Ausführungen bildete die Vorstellung von ganz konkreten Pflanzenarrangements mit einer Mischung aus Blüten- und Nutzpflanzen für Balkon oder Terrasse. Naschgemüse, Litchitomaten, Balkongurken, Birnenmelonen, Physalis oder diverse Salate werden inzwischen von heimischen Gärtnereien speziell für den Kastenanbau angeboten. Hinweise auf Düngeransprüche, geeignete Substrate, optimale Wasserzuführung und passende Pflanzgefäße rundeten den informativen Vortrag ab. Den erreichten Wissenszuwachs über dieses, in Zukunft sicherlich verstärkt nachgefragte Thema, werden die Teilnehmer gerne bei Kundengesprächen in den Fachbetrieben zur Beratung einsetzen.
Der zweite Teil des Fortbildungsnachmittags befasste sich mit den Teilnehmern direkt. Unter dem Motto, “dem Rücken den Rücken stärken“ ging Alexandra Frotscher, Ergonomietrainerin der Gartenbau Berufsgenossenschaft in Kassel, auf die Gesunderhaltung der Arbeitskraft im Gartenbau und der Floristik ein. Anhand praktischer Beispiele und durch gleichzeitiges Mitmachen lernten die Teilnehmer Ausgleichs- und Entspannungsübungen für die grüne Branche kennen. Ein besonderes Augenmerk wurde bei diesem Vortrag auf die Vermeidung von ungünstigen, rückenbelastenden Tätigkeiten im gärtnerischen und floristischen Berufsalltag gelegt. Durch bewusste Veränderungen und Korrekturen bei Arbeitsabläufen ist laut Frotscher, die Gefahr eines Rückenleidens deutlich reduzierbar.
Am Ende des Fortbildungsnachmittags waren sich alle Teilnehmer einig, dass diese inzwischen zur Tradition gewordene Veranstaltung mit einer Mischung aus Fachreferaten, aber auch der ermöglichte gemeinsame Austausch unter den Berufskollegen in den nächsten Jahren unbedingt weitergeführt werden sollte.